MinorMonday: Franz Kafka

Na, haben Sie ihn erkannt? Letzte Woche in der Heimat hab ich es mir nicht nehmen lassen, in meinem alten Sammelsurium an Schulbüchern zu Stöbern – mit den eigentlichen Ziel ein bisschen auszumisten. Und wie das so ist, findet man dann urplötzlich wahre Schätze und vergisst die eigentliche Aufräum-Mission. Ich hab Franz Kafkas „Der Prozess“ wiederentdeckt und vergessen wie sehr ich die Lektüre zu Schulzeiten schon geliebt hab. So sehr sogar, dass ich (fast schon zu) viele Anekdoten für den #MinorMonday hatte.

Was nun vermeintlich polnische Schlüsselfiguren und romantische Dachböden gemeinsam haben?

Kafkaeske Vorfälle und Kafka war auf jeden Fall ein Pole!

Nein, natürlich war Franz Kafka am 3. Juli 1883 in Prag geboren und damit ein Tscheche. Trotzdem fand ich es irgendwie sehr lustig (und ein bisschen kafkaesk), dass mir meine Mitschüler damals abgekauft haben, als ich behauptet hab, dass Kafka ein Pole wäre. Naja, irgendwann wurde der Fake natürlich aufgedeckt 😉 Spannend war für mich vor allem, wie (fast) alle mir geglaubt haben (Stichwort Fake News und das Hinterfragen von „daher gelaufenen“ Fakten). Wahrscheinlich war ich glaubwürdig gegenüber meinen Mitschülern, weil bekannt war, dass ich Kafka-Fan bin. Rückblickend also doch wohl eher ein Kompliment.

Schlüsselfigur und mein literarischer Held.

Meine Obsession für Kafka ging in der Schulzeit scheinbar für Außenstehende sogar soweit, dass zwei Freundinnen in meinen Abi-Beitrag geschrieben haben, dass ich mir ein Date mit Kafka in der Kulisse eines verstaubten Dachbodens wünsche. Naja, im Nachgang eigentlich eine ganz schöne Idee, wenn ich ehrlich bin.

Ich bin sehr dankbar, dass ich Kafka in meiner Schulzeit kennen lernen durfte. Auch sehr dankbar bin ich, dass meine damalige Deutschlehrerin mich in meiner Faszination sogar sehr unterstützt hat. Das hat mir seither viel Inspiration beschert und meine Kreativität viel mehr gefördert als ich mir jemals gewünscht hätte. Nicht zuletzt deswegen, weil ich damals nebenbei eine starke Surrealismus-Phase hatte.

Warum „Der Prozess“ für mich nur der Anfang war.

Ich hab mir anschließend zahlreiche Literatur gekauft, die bei meinen Mitschülern auf pures Missverständnis gestoßen ist. So durften weitere Werke von Kafka wie „Die Verwandlung“, „Der Heizer“, „Das Urteil“ und „In der Strafkolonie“ nicht fehlen, aber auch Nietzsches „Also sprach Zarathustra“, „Der Antichrist“ und weitere haben es dann in mein Bücherregal geschafft. Am Wochenenden hab ich es mir selbstverständlich nicht nehmen lassen, nochmal Kafkas „Prozess“ zu lesen und Eines kann ich bestätigen: Die Begeisterung ist geblieben!

In diesem Sinne ein Hoch auf Franz Kafkas Werke, seinen Einfluss auf die Nachwelt und auf schöne Erinnerung einer wirklich prägenden Schulzeit.

Sie haben frischen Wind bekommen?

Perfekt! Dann schreiben Sie mir und wir realisieren gemeinsam Ihre Ideen.

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